Einführung in die Kartenkunde

Die Kartenkunde liefert uns bereits im Vorfeld einer Wanderung oder Tour die Möglichkeit sich mit dem Gelände vertraut zu machen und seinen Weg zu planen. Der Anwender kann darauf vertrauen, dass er mittels der Karte ein aktuelles Abbild der Umgebung auf der Karte wiederfindet. Wege, Waldränder, Städte, Einsiedlerhöfe, Hochspannungs-leitungen, Geländesteigungen und -gefälle, Täler, Flüsse und Seen etc. sind dort aufgeführt. Dafür gibt es entsprechende Zeichen und Symbole die es gilt zu kennen und zu lesen. Das Wissen dazu gibt die Kartenkunde.

Das Wunschdenken eines Kartenlesers ist es, das die Karte sowohl alle Längen, Flächen als auch Winkel wahrheitsgetreu abbildet. Leider ist das nur ein Wunsch. Eine Karte kann nicht alle Kriterien gleich gut erfüllen. Das hängt mit der Projektion und den Kartennetzentwürfen zusammen. Was das genau bedeutet werde ich in einem eigenen Kapitel ansprechen, aber nicht in der Tiefe, mit der es ein Kartograph machen würde. Ich werde mich da auf das Wesentliche beschränken.

Weiterhin muss die Karte vollständig sein. Dies ist aber auch vom Maßstab der Karte abhängig. Je größer der Maßstab, desto mehr Inhalte können auf der Karte aufgezeigt werden. Die Vielzahl an Informationen kann aber auch zu einer Überfrachtung der Karte führen. Das Zusammenfassen aller wichtigen Inhalte zu einem großen Ganzen ist hier ebenso von Belang. Weiterhin müssen die Schrift und Kartenzeichen geschickt angeordnet sein um den Anforderungen an einer guten Karte zu entsprechen.

Bei E. Imhof wird daher eine Karte als „verkleinertes, vereinfachtes, inhaltlich ergänztes und erläutertes Grundrissabbild der Erdoberfläche bezeichnet.“

Bei einer Durchschlageübung in meiner Bundeswehrzeit in der Region von Idar-Oberstein im Hunsrück stand ich auf einer riesigen Waldlichtung – ich sollte aber nach meiner Karte mitten im Wald auf einer Wegekreuzung stehen. Nein – ich hatte mich nicht verlaufen. Meine Karte war schon über sieben Jahre alt und anscheinend nicht mehr aktuell.

Der Zwang der schnellen und genauen Orientierung hängt also auch von einer aktuellen Karte ab.

Mit Geschick, meinem Kompass und auch etwas Glück war ich noch rechtzeitig am Ziel.

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